Tipps und Tricks für Hostessen

von Produkttipps über Frisurentricks bis zu Notfall-Helfern

Wir haben zwar zahlreiche und damit sehr unterschiedliche Kunden – aber die Anforderungen an Hostessen gleichen sich: Gewünscht wird gepflegte Einheitlichkeit. Die besten Tipps und Tricks für die täglichen Herausforderungen an eine Hostess hat uns jemand verraten, der es wissen muss: Nach über 500 Jobs hat Isabel Fiedler so einige Tipps in petto, die Hostessen den Alltag erleichtern.

Hier verrät sie, wie es gelingt, beim Casting Eindruck zu schinden, einen langen Tag (fast) ohne Fußbeschwerden zu überstehen und einen langen frischen Atem zu behalten – von Produkttipps über Frisurentricks bis Notfall-Helfern.

Ihr und unser Motto lautet: gepflegt, aber nicht eitel!

HAARE & FRISUR

Jeder Kunde achtet auf Details. Darum sind gepflegte Haare nicht optional. Eine schlichte Voraussetzung für eigentlich jeden Job sind frisch gewaschene Haare. Hat es aus unerfindlichen Gründen nicht mehr gerreicht für die Haarwäsche – habe ich einen Vorschlag:

Mein Tipp: Trockenshampoo von Syoss „Volume Lift Trocken Shampoo“ oder“ Cotton Fresh“ von Schauma.

Als Frisur bevorzugen die meisten Kunden bei Hostessen einen Zopf, geflochten oder nur gebunden.

Mein Frisur-Tipp: Haare zum Zopf binden, eine Strähne vorsichtig aus dem Zopf ziehen. Alle übrigen Haare am Hinterkopf zum Dutt binden. Mit der übrigen Strähne den Haargummi überdecken.

NÄGEL

Für die Nägel gilt: Sauber, nicht zu lange Nägel (schlicht) und möglichst keine Gel-Nägel. Die meisten Kunden wünschen sich bei Hostessen sogar unlackierte Nägel!

Mein Tipp: Nude-Look (entweder nur Unterlack oder Hautton als Überlack)

OUTFIT

Hostess ist ein Job – darum benötigen junge Frauen, die oft eingesetzt werden wollen auch ein Job-Outfit! Zwei bis drei schlichte, weiße, hochgeschlossene Blusen mit Kragen(!) und ohne Applikationen sollten als Job-Outfit im Schrank hängen. Ich empfehle „bügelfrei“ oder „bügelarm“. Die gibt es bereits für rund 15 Euro im Einzelhandel.

Mein Tipp: Klassische Bluse von Orsay.

SCHUHE & FÜSSE

Zur Grundausstattung gehören neben einer weißen Bluse auch schlichte, schwarze Pumps mit 3-4 Zentimetern Absatz. Nicht höher! Wichtig ist ein weiches Fußbett, in das der Fuß einsacken kann. Wer darauf verzichtet, sollte an Einlagen denken. Bei einem Schuh für lange Einstätze auf Messen und Co. rate ich zu softem Leder und zum Verzicht auf schmale Absätze.

Mein Tipp: Schlichte Pumps zwischen 20 – 40 Euro bei Deichmann

Sollten den Hostessen für die Aktion fremde Schuhe gestellt werden (weil der Kunde Wert legt auf Einheitlichkeit), dann wäre es am Besten dieses Paar einen Tag vorher mit dicken Socken daheim einzulaufen. Generell würde ich die Schuhe eher eine halbe Nummer größer auswählen, da die Füße während eines Tages meist anschwellen.

Hilft das Einlaufen nicht, dann greife ich zu einem Lederweichmacher-Spray.

Ist es dafür schon zu spät und der Fuß rebelliert und Blasen kündigen sich an, dann schnell ein spezielles Blasenpflaster auf den Schuh! So kann das Pflaster auf der Stelle bleiben für den kompletten Job und muss nicht wie am Fuß nach jeder Dusche gewechselt werden.

Wenn nichts mehr geht und die Füße schmerzen, greife ich zum Eisspray. Das habe ich für Notfälle immer vor Ort dabei.

Am Abend dann die Füße selbst mit Eis- oder Kühlgel kräftig massieren (oder vom Freund massieren lassen) und dann über Nacht während des Schlafs hochlegen. Das hilft auch, wenn der Hostessen-Job zehn oder mehr Tage dauert.

KOSTÜM

Nicht jede Hostess braucht ein Kostüm, aber ein Business-Kostüm zu besitzen, ist oft sehr praktisch und macht schon beim Casting sehr viel Eindruck. Der Rock sollte dabei knielang sein und keinesfalls kürzer. Schlichter Look und ein bequemes Tragegefühl zählen. Denn nur, wer sich wohl fühlt, kann auch eine positive Stimmung verbreiten.

Mein Tipp: Die Business-Outfits von Orsay mit hohem Stretch-Anteil, machen dank der Elastizität jede Bewegung mit.

STRUMPFHOSEN

Wichtig ist, dass die Strumpfhosen nicht glänzen. Auch hier heißt es wieder: nicht auffallen. Wichtig ist der Event, der Kunde und die Stimmung – dazu tragen die Hostessen bei, sie sind aber nicht der Stargast.

Bei Strumpfhosen habe ich teure Versionen gegen günstige getestet und küre einen klaren Sieger.

Mein Tipp: Die Fascino matt Strumpfhosen von DM

Bei Jobs über mehrere Tage rate ich in diesem Fall zu Variante der Stütz-strumpfhosen oder -kniestrümpfen der gleichen Marke. Bei meinen Tests haben beide auch ein paar Waschgänge in der Waschmaschine verkraftet.

DEO-TIPP

Was Duft betrifft, so scheiden sich auch hier die Geister, aber klar ist: Zu viel Parfum ist nicht angemessen und Schweißgeruch ein absolutes No-Go! Klar muss es kein Deo mit Aluminium sein. Wer sich dagegen entscheidet, sollte recht oft nachsprühen. Wer für die Dauer des Jobs auf ein Deo mit Aluminium ausweichen möchte, dem empfehle ich folgendes Produkt:

Mein Tipp: „Rexona Shower fresh“, da es dezent ist und frisch duftet.

Um Schweißflecken unter den Achseln zu vermeiden, empfehle ich Pads, die sich leicht an der Kleidung befestigen lassen (ebenfalls in Drogerien erhältlich).

FRISCHER ATEM

Am Vortag sollten Zwiebeln oder Knoblauch nicht unbedingt auf der Speisekarte stehen. Wer zu einem Hungeratem neigt (wie fast alle von uns), sollte zu kleinen, zuckerfreien Dragees greifen. Bitte kein Kaugummi und keine Riesenbonbons, denn beides ist das Gegenteil von professionell.

LIPPENPFLEGE

Klein muss die Lippenpflege sein, da man sie meist bei sich am Körper trägt und keine großen Taschen hat. Außerdem sollte der Balm die Lippen nicht weiter austrocknen.

Mein Tipp: Bee natural (auf Bienenwachsbasis). 

GESICHTSPFLEGE

Da wir als Hostessen häufig in großen Messehallen arbeiten und dabei der Aircondition-Luft und demzufolge Trockenheit ausgesetzt sind, rate ich zu einer guten Feuchtigkeitscreme unter dem Make-up.

Mein Schminktipp: Auf jeden Fall Puder über das Make-up auftragen. Die Wangen mit einem Hauch Rouge/Blush wecken. Der Lidschatten sollten möglichst hell sein. Einmal die Wimpern mit Mascara tuschen, das reicht vollkommen aus.

HANDTASCHE

Die Hostessen unterstützen oft in der Garderobe, sollten diese aber nicht schon zu Beginn mit eigenen Sachen vollstellen. Große Rucksäcke und Taschen sind hinderlich. Zumal die Wertgegenstände meist nicht weggesperrt werden können. Darum sollte die Handtasche schlicht, klein, praktisch und nicht von hohem Wert sein.

NOTFALL-HELFER

Meine Top-Ten für die Handtasche:

  • Wechselstrumpfhose im Falle von Laufmaschen
  • Pflaster
  • Mini-Bürste (zum Zusammenfalten)
  • Haarklammern
  • Haargummis
  • Mini-Deo
  • Sicherheitsnadeln in schwarz (Leihklamotten sind nicht immer zuverlässig)
  • Make-Up zum Nachschminken (Puder, Blush)
  • Nagelfeile
  • Für den kleinen Hunger: Safety-Nuts oder getrocknete Bananen

Direkt an mir dran

  • Kugelschreiber
  • Atem-Dragees

STIMME

Damit die Stimme am Abend noch genau so kräftig ist, wie am Morgen, einfach immer in der natürlichen Tonlage bleiben. (Der Ah-test hilft: einmal lange AHHHHHHHHHHHHH sagen und schon ist die natürliche Ton-Lage gefunden). Nicht höher oder tiefer sprechen und immer viel Wasser trinken.

Mein Tipp: Gähnen. Natürlich nur versteckt und hinter vorgehaltener Hand! So wird der Gaumen befeuchtet.

Hat das alles nicht geholfen hilft Tee mit Honig und Ingwer bei Heiserkeit.

Das Wichtigste

DIE INNERE HALTUNG

Eine gute Hostess kann auch nach zehn Stunden noch lächeln und es kostet sie keine Kraft. Wie sie das macht? Die aufrechte Körperhaltung und das Lächeln außen hilft sofort nach innen weiter. Wechselt sie in diesem Moment den Blickwinkel und sieht sich, ist der Stolz auf die geleistete Arbeit ein Ansporn. Der Gedanke: ‚Gut, dass ich das jetzt mache‘, hilft über anstrengende Phasen hinweg. Ist die Erschöpfung groß, hilft oft nur LMAA: Lächel-mehr-als-alle-anderen. Und der Glaube an sich selbst: ALLES IST MACHBAR!